Am Samstag, den 3. März fand in Potsdam die „6. Weißstorchtagung in Brandenburg“ statt.

Storchenbetreuer aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern berichteten über ihre Arbeit und gaben einen Einblick in die Bestandsentwicklung der Weißstörche in ihrem jeweiligen Kreis. 

Dabei wurde deutlich, dass, obwohl die Brutbestände des Weißstorchs in Deutschland und Europa ansteigen, im Nordosten Deutschlands die Anzahl der Jungstörche vielerorts nicht hoch genug ist, um langfristig eine Populationsstabilität zu sichern. Bei Ostziehern (die in der Prignitz z.B. 90% der Störche ausmachen) geht man davon aus, dass pro Brutpaar mindestens 2 Jungtiere aufgezogen werden müssen, um eine stabile Population zu erhalten. Bei den Störchen, die über die Westroute und oftmals nur bis ins südliche Europa ziehen ist die Mortalitätsrate von Störchen auf dem Zug geringer, damit auch die Anzahl der Jungstörche, die zum Populationserhalt nötig sind. 

Unterhaltsame Informationen zum Thema Beringung, Ringablesungen und Wiederfunde steuerte der Prignitzer Storchenbetreuer F. Schulz bei. So wurde beispielsweise von einem Storch berichtet, der innerhalb kürzester Zeit sowohl als Brutvogel in Belgien als auch in Brandenburg abgelesen wurde. Von einem anderen Storch hiess es, dass er in einem Jahr die Ostroute wählte und in Ungarn abgelesen wurde, im drauffolgenden Jahr dann allerdings als Wiederfund in Spanien gemeldet wurde.

In einem weiteren Vortrag wurden sehr eindringlich die verheerenden Auswirkungen von einer zunehmenden Chemisierung des Bodens, industrieller Agrarstruktur und verminderter Biodiversität auf besonders nord-ostdeutsche Storchenpopulationen dargelegt. Dieser und weitere Vorträge sollen demnächst auf der Webseite des Nabu Brandenburgs veröffentlicht werden. Den Link posten wir dann hier.

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